Informationen zur Folge
Früher habe ich mich sehr vor Atomkraft gefürchtet. Was, wenn ein Unfall passiert? Nachdem ich die Statistiken dazu gelesen habe, hat sich das geändert. Haben wir zu viel Angst vor Atomkraftwerken? Das habe ich den Sicherheitsforscher Nikolaus Müllner von der Boku gefragt. An einem passenden Ort: im AKW Zwentendorf.
Nikolaus Müllner ist Leiter des Instituts für Sicherheits- und Risikowissenschaften an der Wiener Boku.
Was nehme ich mir mit?
- Die Risiken bei Atomkraft sind andere. Wenn etwas schief geht, ist der Schaden auf einen Schlag ziemlich groß. Darum lassen sich Atomkraftwerke privat auch nicht versichern. Denn wenn etwas passiert, wäre der Versicherer pleite. Trotzdem fand ich interessant: Selbst im Fall der Fälle, wenn grenznah von Österreich etwas passiert, ist nicht damit zu rechnen, dass jetzt wahnsinnig viele Menschen daran sterben. An fossiler Energie und den Folgen des Klimawandels sterben hingegen sehr, sehr, sehr viele Menschen.
- Atomkraft ist zu teuer. China ist das einzige Land der Welt, dass es schafft, ökonomisch vernünftig Atomkraftwerke zu bauen. Überall sonst explodieren die Preise und der Bau dauert viel zu lange. Mittlerweile sind Erneuerbare wie Wind oder Sonne viel günstiger. Trotzdem sehen viele Energieforscher:innen eine Rolle für die Atomkraft im Energiemix, denn wir brauchen einfach sehr viel saubere Energie und Atomkraft gehört da dazu.
- Österreich hat eine Sonderrolle. Fast nirgends ist die Ablehnung von Atomkraft so groß wie hierzulande. In Frankreich gilt Atomkraft hingegen als Technologie, die die nationale Souveräntität bestärkt. Wir sind ja in vielerlei Hinsicht abhängig von den USA oder von China und ich verstehe die Franzosen da gut. Die haben außerdem ja auch Atomwaffen und da bin ich ehrlicherweise auch froh darüber, denn ich will mich nicht auf Donald Trump und seine Freunde im Weißen Haus verlassen.